Projektunterricht
Der Projektunterricht ist grundsätzlich nicht curricular gebunden, seine Wirksamkeit und Kraft leben daraus, dass nicht vorgegebene Lehrziele eingehalten werden müssen, sondern dass er völlig flexibel das aufgreifen und dem Raum geben kann, was sich im Blick auf die Kinder als notwendig oder wünschenswert herausstellt.
Es werden nicht bestimmte Projekt durchgeführt, sondern der Projekt-Unterricht bildet einen
Rahmen,in dem sehr beweglich neue Projektideen realisiert werden können. Es haben sich jedoch bestimmte Unterrichtsregeln herausgebildet:
- Das praktische Lernen steht im Vordergrund.
Jedes Projektvorhaben muss pädagogisch begründet sein. Was brauchen die Kinder?
In welchem Bereichen müssen sie gestärkt werden wie z.B. in ihrer motorischen
Geschicklichkeit, in ihrer Sinneswahrnehmung, in ihrem praktischen Arbeiten, in ihren künstlerischen oder handwerklichen Fähigkeiten. Es geht darum ihre musikalischen oder tänzerischen Kräfte zu erkennen und zu entwickeln. - Das soziale Lernen: wie das Lernen von Konfliktfähigkeit, Schulung der Gruppendynamik, ihre Kooperationsfähigkeit zu schulen, dem Üben von bestimmten hilfreichen Regeln und Abläufen,
Selbstständigkeit und die Förderung der eigen gestalterischen Kräfte. - Das Projektvorhaben muss altersgemäß sein, d.h. dem Entwicklungsstand der jeweiligen Klassenstufe und des Kindes angemessen.
- Das Vorhaben sollte an die Jahreszeit gebunden sein und ein Lebensbezug zu den Kinder hergestellt werden können.
- Das Projektvorhaben sollte mit dem Klassenlehrer abgesprochen werden, gemeinsam durchdacht und begründet werden. Es kann einen direkten Bezug zu den Themen und Lernschwerpunkten des Hauptunterrichtes haben
und diesen sinnvoll ergänzen z.B. im Sinne einer praktischen Vertiefung. Ebenso kann es aber auch andere pädagogische Ziele erfüllen unabhängig vom Hauptunterricht. - Die interkulturelle Komponente: der Projektunterricht als ein Ort des sozialen Lernens. In der praktischen wie
künstlerischen Tätigkeit fällt das kulturell trennende Element, die Sprache weitgehend weg, es sind sprachfreie Begegnungen und Verständigungen möglich. Es können zudem Themen aus anderen Kulturen bewusst aufgegriffen werden, z. B. das türkische Schattenspiel, der brasilianische Tanz, das afrikanische Trommelstück
usw. - Der Projektunterricht bietet den Kindern unter
pädagogischer Führung einen Freiraum für Selbstständiges, tätiges,
praktisch-spielerisches Welterleben, indem die Kinder aus eigener Kraft und
Tätigkeit zur Erfahrung kommen.
Der Projektunterricht ist gerade wegen seiner großen Gestaltungsfreiheit immer auch an die pädagogischen
Fähigkeiten der Lehrkraft gebunden, der ganze Reichtum des Projektansatzes lebt. Über die verschiedenartige Schwerpunkte, die jeder Lehrer mit in dieses Unterrichtsfach bringt.
(Vgl. Schule ist bunt. Brater,
Hemmer-Schanze, Schmelzer. Verlag Freies Geistesleben. Stuttgart, 2007
Die Projektwochen:
Einmal im Schuljahr finden die Projektwochen statt. Über zwei Wochen arbeiten Lehrer und Schüler in
altersübergreifenden Gruppen zu einem bestimmten Thema. Die gesamte Schule greift ein inhaltliches Thema auf, wie z.B. Zirkus, die Ur-Religionen der Welt, Leben und Handwerk der verschiedene Kulturen, Natur- und Umwelt etc. In jeder
Gruppe setzten Schüler und Lehrer sich mit dem Thema auf unterschiedliche Art und Weise auseinander.
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